Achtung! Falsche Finanz-Tipps auf Social Media: Sollte es verboten werden?

Finanz-Influencer, auch Finfluencer genannt, werben derzeit ungehindert für Finanzprodukte auf Social-Media-Plattformen wie TikTok, Instagram und YouTube. Dieser Trend verursacht jedoch Bedenken bei der Deutschen Finanzaufsichtsbehörde Bafin und Politikern, die Verbraucherschäden durch unüberlegte Empfehlungen befürchten.

Die Debatte um ein Werbeverbot

Die Grünen, eine prominente politische Kraft in Deutschland, streben ein Verbot der Finanzproduktwerbung durch Influencer an. Sie argumentieren, dass falsche Empfehlungen oder übermäßige Einflussnahme zu finanziellen Verlusten bei den Verbrauchern führen könnten. Der bekannte Finfluencer “Professor Finanzen” spricht sich jedoch gegen ein solches Verbot aus und warnt vor Verlusten, die durch enttäuschende Erfahrungen mit minderwertigen Anbietern entstehen könnten.

Bereits jetzt dürfen in Deutschland nur zertifizierte Anlageberater Kaufempfehlungen abgeben. Ein Werbeverbot könnte daher für Influencer, die ihren Lebensunterhalt hauptsächlich durch Werbung bestreiten, existenzbedrohend sein. Einige Finfluencer wie “Professor Finanzen” oder “Steuerfabi” verwenden ihre Plattformen sogar zur Bewerbung eigener Produkte oder Dienstleistungen.

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Die Position der Bafin und die Meinung der Influencer

Die Bafin empfiehlt den Verbrauchern, bei Anlagetipps in sozialen Medien vorsichtig zu sein, möchte aber zu spezifischen Gesetzesvorschlägen keine Stellung beziehen. Der Bundesverband Influencer-Marketing begrüßt indessen eine EU-weite “einheitliche Herangehensweise” beim Influencer-Marketing.

Der Finfluencer “Professor Finanzen” schlägt vor, anstelle eines Verbots strengere Transparenzanforderungen einzuführen und mehr Bildungsinitiativen für Verbraucher zu fördern. Solche Maßnahmen könnten dazu beitragen, Verbraucher besser zu informieren und sie vor potenziellen Risiken zu schützen.

Finfluencer Kompetenz und internationale Beispiele

Eine Studie des Swiss Finance Institute deutet darauf hin, dass die Fähigkeiten der Finfluencer variieren. Nur 30% wurden als “fähig” eingestuft, während 56% sogar als “anti-fähig” bewertet wurden. Diese Zahlen verdeutlichen die Notwendigkeit, die Qualität der Finanzberatung auf Social-Media-Plattformen zu verbessern.

Ein Blick ins Ausland zeigt, dass in Frankreich kürzlich ein Gesetz verabschiedet wurde, das Online-Werbung und klassische Medienwerbung gleichstellt, einschließlich Verbot und Sanktionen für bestimmte Produkte. Allerdings sind Finanzprodukte von diesen Beschränkungen bislang nicht betroffen.

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