Achtung! Deutsche Unternehmen in Gefahr – Das ist der Grund

Die anhaltenden Zins- und Kostensteigerungen setzen das produzierende Gewerbe in Deutschland unter erheblichen Druck. Eine Befragung zeigt, dass drei Viertel der Unternehmen an ihrer Liquidität arbeiten – durch Sparmaßnahmen, kürzere Zahlungsziele und eine Verkleinerung der Lagerbestände.

FTI-Andersch-Befragung: Optimierung des Working Capitals

Die Befragung, durchgeführt von Kantar Public im Auftrag der Unternehmensberatung FTI-Andersch, zeigt, dass 150 Unternehmen ihr Hauptaugenmerk auf die Optimierung ihres Working Capitals legen, insbesondere auf ihr Umlaufvermögen. Besonders auffällig ist, dass 89 Prozent der großen Unternehmen (mehr als 1000 Angestellte) und 63 Prozent der kleineren Unternehmen (weniger als 1000 Angestellte) dies tun.

Unternehmensprofile: Automobilzulieferer, Maschinen- und Anlagenbauer, Konsumgüterproduzenten

Die befragten Unternehmen stammen vorwiegend aus den Bereichen Automobilzulieferung, Maschinen- und Anlagenbau sowie Konsumgüterproduktion.

Entwicklungen: Zahlungsziele, Lagerbestände, Optimierung

Unter den auffälligen Entwicklungen ist zu beachten, dass 37 Prozent der größeren Unternehmen ihre Zahlungsziele verkürzen wollen. Bei den kleineren Unternehmen sind es 29 Prozent. Eine Mehrheit der Unternehmen plant, ihre Lagerbestände zu verkleinern (60 Prozent), und 46 Prozent haben bereits Maßnahmen in diese Richtung ergriffen.

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Von den befragten Unternehmen wird das Umlaufvermögen jedoch nicht so stark optimiert wie möglich.

Fokussierung der großen Unternehmen

Große Unternehmen konzentrieren sich stärker auf ihr Umlaufvermögen als kleine. 40 Prozent wollen ihren Forderungsbestand reduzieren und 52 Prozent wollen Anzahlungen an ihre Lieferanten vermeiden oder reduzieren. 29 Prozent der größeren Unternehmen und 32 Prozent der kleineren Unternehmen planen, ihre Liquidität durch frühere oder höhere Anzahlungen ihrer Kunden zu verbessern.

Wirtschaftliche Prognosen: Pessimismus und Herausforderungen

Die Unternehmen schätzen die wirtschaftliche Lage pessimistischer ein als im Vorjahr. Nur 35 Prozent rechnen mit einem Umsatzanstieg (im Vergleich zu 59 Prozent im Jahr 2022). Zwei Drittel (66 Prozent) der Unternehmen erwarten weitere Kostensteigerungen, insbesondere bei Energie (85 Prozent) und Personal (81 Prozent).

Die größten Herausforderungen für Unternehmen sind Preis- und Zinssteigerungen (71 Prozent), Fachkräftemangel (77 Prozent) und geopolitische Konflikte (66 Prozent).

Im Zuge des rezessiven Trends in der deutschen Wirtschaft ergreifen Unternehmen Maßnahmen im Bereich des Working Capital Managements. Das Hauptziel ist es, ausreichende Liquiditätspuffer für die kommenden Monate zu schaffen.

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