Achtung! Wirtschaftssanktionen scheitern in der Praxis

Eine aktuelle Untersuchung bringt ans Licht, dass Russland erfolgreich die aus dem Westen stammenden Wirtschaftssanktionen unterläuft. Hierbei spielen ehemalige Sowjetrepubliken, China und der NATO-Staat Türkei eine entscheidende Rolle.

Die Datenlage

Die Analyse basiert auf der Untersuchung der russischen Handelsströme und zeigt, dass Russland in den letzten Jahren mehr bedeutende Wirtschaftsgüter und militärisch relevante Komponenten aus den genannten Regionen importiert hat. Insbesondere Armenien, Kasachstan, Usbekistan, Kirgisistan und die Türkei haben 2022 fünfzig Mal mehr kritische Waren nach Russland exportiert als noch im Jahr 2019.

Die Waren

Die EU hat bestimmte Warenlisten erstellt, die nicht mehr nach Russland exportiert werden dürfen. Auf der ersten Liste finden sich Maschinen, Motoren, Kräne, Schaufellader, Betonmischer usw. Die zweite Liste umfasst elektronische, elektrische und mechanische Komponenten, die für die russische Rüstungsindustrie von Bedeutung sind. Trotz dieser Vorgaben fällt auf, dass Russland viele Halbleiter aus Hongkong importiert.

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Die Schlüsselspieler

Kasachstan nimmt eine zentrale Rolle bei der Umgehung der Sanktionen in Zentralasien ein. Es ist ein signifikanter Anstieg der russischen Importe von Datenverarbeitungsgeräten aus Kasachstan seit 2022 zu verzeichnen. Auch die Türkei trägt dazu bei, die Sanktionen zu umgehen, und exportiert hauptsächlich Waren aus der ersten Liste.

Die Untersuchung deutet somit auf eine hohe Wahrscheinlichkeit hin, dass Russland die Wirtschaftssanktionen in erheblichem Maße umgeht. Dies stellt für die Wirtschafts- und Außenpolitik des Westens eine bedeutende Herausforderung dar.

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