Skandal bei Siemens: Droht ein großes Problem mit Veronika Grimm?

Das Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Veronika Grimm, steht vor dem Eintritt in den Aufsichtsrat von Siemens Energy.

Die Entscheidung wird jedoch von vier ihrer Kollegen aus dem Sachverständigenrat – Achim Truger, Monika Schnitzer, Ulrike Malmendier und Martin Werninges – aufgrund von potenziellen Interessenkonflikten abgelehnt. Sie argumentieren, dass die doppelte Rolle Grims potenziell zu Konfliktsituationen führen könnte.

Grimm sagt dagegen, dass es kein Gesetz gibt, das ihre Mitgliedschaft in einem Aufsichtsrat verbietet. Sie verweist auf ähnliche Fälle in der Vergangenheit, in denen Mitglieder des Sachverständigenrats in Aufsichtsräten von großen Unternehmen saßen. Drei Beispiele dafür sind Wolfgang Franz bei EnBW im Jahr 2011, Beatrice Weder di Mauri bei Thyssenkrupp im Jahr 2012 und Jürgen Donges bei Mannesmann im Jahr 1995.

Bestätigungen haben ihr das Bundeswirtschaftsministerium und das Kanzleramt gegeben. Sie haben keine Bedenken gegen ihre geplante Rolle im Aufsichtsrat geäußert.

Truger und Werding betonen den potenziellen Interessenkonflikt

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Beide Kollegen, Truger und Werding, unterstreichen, dass ihre Ablehnung nicht auf persönlichen Rivalitäten beruht. Sie stellen den potenziellen Interessenkonflikt in den Vordergrund und weniger ihre persönlichen Beziehungen zur Grimm.

Monika Schnitzer, ebenfalls Kollegin im Sachverständigenrat, fordert Grimm auf, sich für ein Mandat zu entscheiden. Sie besteht darauf, dass es nötig sei, einen klaren Standpunkt zu finden und sich entweder für den Sachverständigenrat oder den Aufsichtsrat von Siemens Energy zu entscheiden.

Bert Rürup, ehemaliges Mitglied des Sachverständigenrats, äußerte überraschung über die Kontroverse. Er erinnerte daran, dass trotz Meinungsverschiedenheiten innerhalb des Rats immer ein gemeinsames Vorgehen gefunden wurde.

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