Achtung! Preissturz bei Wohnimmobilien

Der Preisrückgang bei Wohnimmobilien gewinnt im dritten Quartal 2023 an Fahrt, einem klarer Hinweis auf die Veränderungen im Immobilienmarkt.

Wohnimmobilienpreise im Sinkflug

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sanken die Preise im Durchschnitt um 10,2 Prozent. Dies stellt das stärkste Minus seit Beginn der Datenerhebung im Jahr 2000 dar. Seit dem zweiten Quartal 2022 zeigt sich ein kontinuierlicher Preisrückgang, der sich im zweiten Quartal 2023 mit einem Minus von 1,4 Prozent bei Wohnimmobilien fortsetzte.

Städte und ländliche Regionen gleich betroffen

Die Preisrückgänge betreffen sowohl Städte als auch ländliche Regionen. In Metropolen verzeichneten Ein- und Zweifamilienhäuser einen Rückgang von 12,7 Prozent, während Wohnungen um 9,1 Prozent günstiger wurden. In dünn besiedelten Landkreisen fielen die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser um 12,4 Prozent und für Wohnungen um 5,6 Prozent.

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Ursachen und Ausblick

Als Hauptgrund für die Preisentwicklung gelten gestiegene Zinsen, welche Kredite verteuern und das Neugeschäft der Banken mit Immobilienkrediten zurückgehen lassen. Experten sehen die Immobilienpreise zwischen 2010 und 2022 um etwa 90 Prozent gestiegen, wobei seit dem zweiten Quartal 2022 eine Preiskorrektur um 9,9 Prozent festgestellt wurde.

Im Jahr 2024 wird trotz einer erwarteten geldpolitischen Wende der Europäischen Zentralbank und einer damit verbundenen Senkung der Zinsen, ein weiterer Abwärtstrend erwartet. Hypothekenkredite könnten dann zwar günstiger werden, dennoch bleibt der Hauskauf aufgrund des hohen Preisniveaus für viele Menschen eine Herausforderung.

Mieten und Eigentumswohnungen

Die Mieten sind zwischen 2010 und 2022 um 53 Prozent gestiegen. Eine Eigentumswohnung in Großstädten kostet derzeit so viel wie 27 Jahresmieten. Daher lohnt sich der Kauf für Normalverdienende in der Stadt nur, wenn sie die Immobilie selbst nutzen.

Die Blase ist geplatzt

Experten bewerten die aktuelle Situation als geplatzte Immobilienblase. Sie rechnen mit weiteren Preisrückgängen, sehen diese Phase jedoch als nicht von langer Dauer. Trotz der fallenden Preise besteht die Erwartung von Wertsteigerungen bei einem Zeithorizont von 15 Jahren.

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